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Material von der Utah-Expedition
Auf dieser Seiten werden Texte und Bilder veröffentlicht,
die die Hamburger Schülergruppe zur Zeit in digitalisierter
Form über das Internet aus Utah nach Hamburg schickt.

Freipräparierte Knochen






Saurierspuren im Fels

Skelett eines Stegosauriers


Spuren aus dem Mill Canyon

Stegosaurier




Saurierspuren im Fels
Die Satellitenverbindung wird uns durch freundliche Unterstützung der Firma
GmbH, Mühlenstieg 5, 22041HAMBURG, ermöglicht.
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Besuch im Dalton Wells Quarry, Utah
Ausgrabungsstätte für Dinosaurier
Schülerbericht vom 27.09.97
 
 
Black Dragon Canyon, San Rafael Swell, North of Interstate 70
Hinter uns brennt das Lagerfeuer, Felix, Sergej und Thomas
hocken an den Geräten und Tom, Martha, Margaret und Paul machen
Essen warm. Am frühen Nachmittag haben wir die
Dalton-Wells-Quarry erreicht und einen Vortrag und Einblick in
die Ausgrabungen bekommen.
Nicht nur das: Wir bringen auch versteinerte Knochen mit. Danach
sind wir an einer tollen Stelle mit Stegosaurus-Spuren gewesen,
ausserdem sind da noch zwei andere Saurier-Arten mit ihren
Füssen zu sehen. Dann, als wir unser Camp erreichen wollten,
sind wir im Quicksand steckengeblieben. Hat uns eine Stunde
gekostet, und nun sind wir draussen, aber schlammverkrustet. Wir
fühlen uns nach diesem Tag toll.
Grüsse von uns allen und mehr nach unserer Rückkehr nach SLC.
Thomas
Die Ausgrabungsstätte Dalton Wells Quarry hat bereits eine eigene homepage im Internet:
http://www.rmwest.com/dinosaur/quarry.htm
Anmerkung: Die Dalton-Wells-Bilder der Kaifu-Gruppe sind bisher in Hamburg bisher nicht angekommen - "lost in cyberspace" also. Bis sie nochmals gesendet werden, behelfen wir uns mit Anleihen aus dem Internet.
Redaktion Arktis Online.
2.Bericht über Dalton-Wells-Quarry von Hannes Beecken
09/27/97.
Wir sind über Green River Richtung Moab gefahren. Vor Moab, in
der Nähe der Einfahrt zum Canyonlands National Park, liegt auf
der linken Seite der Strasse ein Historic Site, ein gemauerter
Brunnen von irgendeiner Bedeutung. Weiter hinten am Rande eines
Washs eine Gruppe von Cottoneines wood Trees. Sie werfen
Schatten auf das Camp der Ausgräber. Wir können sie schon oben
auf einem Felssporn bei der Arbeit sehen. Auf der Fahrt dorthin
durchqueren wir den Wash und entdecken aus dem Auto kleine
versteinerte Knochensplitter.
Zur Ausgrabungsstätte führt sehr steil und mit
schwindelerregenden Abstürzen eine Piste voller Steine. Oben
angekommen geht Paul voraus, um als Palaeo Guy "gut Wetter" für
uns zu machen.
Tatsächlich steht ein junger Mann von seiner Arbeit auf und
entscheidet sich, uns eine Führung zu geben. Er stellt sich
vor:
Darren Tokay aus Alberta, Canada, der von Ausgrabung zu
Ausgrabung reist und für die Verpflegung arbeitet. Dinosaurier
auszugraben ist chronisch schlecht bezahlt, wird überwiegend von
Freiwilligen übernommen. Die beiden anderen Ausgräber, die
weiterarbeiten, sind Studenten aus Minnesota.
Darren erklärt uns, dass sie in der Cedar Mountain Formation,
genau an der Grenzschicht zwischen Jurrassic (Jura) und
Cretacious (Kreide) graben. Das ist von hohem Interesse, weil
diese Schicht ein Massensterben (mass extinction) markiert und
weil in der Dalton Wells Quarry eventuell nahe dieser
Grenzlinie, die vermutlich durch einen Meteoriteneinschlag
bestimmt ist, zwei neue Arten von Dinosauriern gefunden wurden.
Noch haben sie keine Namen, weil die Forscher abwarten wollen,
um zu entscheiden, ob es sich nicht bloß um individuelle
Abwandlungen bekannter Arten handelt. Darren arbeitete gerade an
einem sehr gut erhaltenen Schulterknochen eines Camarosaurus.
Vor zwei Jahren wurde zwei Meter entfernt ein Skelett des Utah
Raptor gefunden. Die Quarry ist ein ehemaliges seichtes Seeufer,
vermutlich die Einmündung eines Flusses. Die Saurierleichen
wurden dort zusammengespült und abgelagert. Man weiss nicht, ob
es einfach eine zur Ablagerung günstige Sandbank war oder ob
hier die Reste einer Umweltkatastrophe zu finden sind.
Auf jeden Fall liegen hier die Knochen vieler verschiedener
Arten durcheinander. Die gesamte Augrabungsstätte ist von einem
Raster überzogen, das es ermöglicht, jeden Knochen jeder Art
zuzuordnen. Dennoch bleiben viele zerbrochene Knochenteile
übrig, die nicht zuordbar sind. Sie werden in Tonnen
gesammelt und an Schulen weitergegeben, die um diese Knochen
bitten.
Natürlich habe ich auch gefragt und ein Fragment eines
Vorderbeinknochens bekommen. Die Knochen sind natürlich
mittlerweile versteinert.
Die Ausgrabungsstätte wurde von einem Tourguide aus Moab, Lin
Oetinger, entdeckt. Lin hat einen Rockshop und verkauft
Dinosaurierknochen, die auf Privatland gefunden wurden. Diese
Fundstelle hat er den Behörden mitgeteilt. Die Grabung wird vom
Natural History Museum in Grand Junction, Colorado, geleitet, die
Brigham Young University, Provo, Utah, beteiligt sich. Geld ist
immer knapp bei diesen Ausgrabungen.
Wir hatten Glück: Eine Woche später wäre die Fundstelle
schon verwaist gewesen, denn dann werden die schon teilweise
ausgegrabenen Knochen wieder mit Sand bedeckt und die Fundstelle
bleibt bis zum wärmeren Frühjahr unbewacht. Alle hoffen, dass
nicht bonehunter die Grabung ruinieren und unschätzbare
Erkenntnischancen zerstören.
Ich hatte meinen Voice Recorder mit, um Darrens Erläuterungen
aufzuzeichnen, aber dann hat mich das Tape von Tom im Stich
gelassen. So habe ich nur Fragmente eines Interviews. Aber ich
habe ja mein Gedächtnis.
Geschrieben im Bus, Highway 50 eastward bound, zwischen Scipio
und Aurora.
Grüsse Hannes
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